mittendrin 2026
Theaterfestival vom 05. Juni bis 20. Juni 2026
Einmal ums Ganze bitte: Drei Stücke, die unsere Wirklichkeit auf ihre Möglichkeiten hin befragt hatten. Wir freuten uns auf einen alten Bekannten, einen neuen Bekannten und eine Frau, die liebte.
Das Festival mittendrin zeigte Ihnen »Die Frau, die liebte« aus dem Zimmertheater Rottweil, die zweite Folge des Tatortreinigers aus Reutlingen und das Solo »Der Mieter« aus dem Theaterhaus G7 in Mannheim. Alles drei bemerkenswerte Produktionen. Alles drei Gegenwartsstoffe von Bemerkenswerter Relevanz.
Das Zimmertheater Rottweil kam mit einer aufsehenerregenden Geschichte von Angelika Schrobsdorff zu uns, frei nach ihrem Roman »Die Herren«, in der sie ihre Erfahrungen mit dem männlichen Geschlecht nach dem Zweiten Weltkrieg verarbeitet. Es galt, einer Frau zuzuhören, die mal verzweifelt, mal komisch immerzu auf der Suche nach Liebe ist und lebenshungrig von einem Mann zum anderen eilte und dabei ein Panorama der Nachkriegszeit zeichnete.
Die zweite Folge des »Tatortreinigers« aus dem Theater Reutlingen Die Tonne von Mizzi Meyer durfte alle Fans überzeugen. Wieder einmal hatte Schotty kein Problem damit, menschliche Überreste zu entfernen. Mit Bürsten, Lappen und chemischen Spezialmitteln rückte der Tatortreiniger unerschrocken Blutlachen, Knochensplittern und Hirnmasse zu Leibe. Nur eines machte ihm wirklich zu schaffen: Der Kontakt zu denen, die sich an den Unglücksorten tummelten. Immer wieder verwickelten sie ihn in Gespräche bis hin zu regelrechten philosophischen Diskussionen …
Das Theaterhaus G7 aus Mannheim brachte einen absoluten Gegenwartsstoff auf die Bühne: »Mieter« von Paco Gamez zeigte einen Privatlehrer und Theaterautor, der plötzlich mit einer drastischen Mieterhöhung klarkommen musste. Er rannte von Pontius nach Pilatus, um dem Ruin zu entgehen – aber nichts half. Er war einem gnadenlosen Gefecht ausgesetzt und entdeckte die Menschlichkeit im absurden Kampf gegen Windmühlen. Bis er schließlich auf die rettende Idee verfiel: Er feierte eine Party …
Drei starke Stücke!
