Tagebuch eines Wahnsinnigen

Tagebuch eines Wahnsinnigen

von Nikolai Gogol

Im Leben von Proprischtschin gibt es wenig Erfreuliches. Er geht morgens zur Arbeit und kommt erst spät nach Hause. Schreiber ist er. Beamter. Er lebt allein. Der Alltag macht, dass er immer einsamer wird. Wie kommt Proprischtischin aus diesem ewigen Kreislauf heraus? Ist es die Liebe, die helfen könnte den Sorgen zu entfliehen? Seine Haushälterin Mawra kennt er zu gut, als dass er sich in sie verlieben könnte. Nein, sie sollte bedeutsamer sein, schöner auch. Er verliebt sich in die Tochter seines Direktors. Sophie aber lässt ihn abblitzen. Proprischtschin setzt die Depression zu. Er überschreitet die Grenze: er wird verrückt. Als Ausweg aus der Krise ernennt er sich selbst zum König. Jeder Mensch ist in seinem Innern ein König. Proprischtschin wird in die Irrenanstalt gebracht, wo er weiterhin den König gibt: Ferdinand VIII, König von Spanien. Rüde wird er zusammengeschlagen und gefoltert. Zum Schluß bleibt ihm nur noch die Mutter. Sie soll ihn retten mit Tränen, Fürsorge und Liebe. Er möchte zurück in den Mutterschoß. Zurück von wo er hergekommen ist. Er möchte sterben.

Nikolai Gogol schrieb diese Novelle im 19. Jahrhundert. Dank des erhalten gebliebenen Konzeptes konnte der ursprüngliche Text wieder hergestellt werden. Das Forum Theater hat 2002 diese Novelle für die Bühne bearbeitet.

»Gogols Novelle ist das Psychogramm eines niedergeschlagenen, zerstörten Menschen, und Maarten Güppertz spielt die zunehmende Selbstauflösung ausdrucksvoll und exzessiv aus.« Esslinger Zeitung, 4.4.02

»Gogols Proprischtschin – wunderbar und schmerzhaft authentisch Maarten Güppertz – nimmt sein Publikum mit seiner Verrücktheit und seinem unerfüllten Liebessehnen auf eine atemlos-beklemmende Reise mit.« StN, 4.4.02

»Auf einer schwarz ausgekleideten Bühne, zwischen vier Reihen von Stühlen – bis auf einen weiß – wie ein gefangenes Tier hin und her wandernd zeichnet Maarten Güppertz in Gogols Stück mit intensivem Spiel, wie der einfache Titularrat Proprischtschin, dessen Aufgabe darin besteht, die Schreibfedern des Direktors zu spitzen, sich immer mehr in den Wahn hineinsteigert.« StZ, 4.2.02