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So, 24. Juni // 18:00 - 19:30
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Event

Von John Clancy

Mit Michael Ransburg

Regie: Dieter Nelle

Ausstattung: Birgit Holzwarth

Spielplanänderung! Vom 14.06.-16.06. zeigen wir ›Hamlet‹ statt ›Event‹. Die Vorstellung ›Event‹ am 21.06. entfällt ersatzlos!

90 Minuten eine abenteuerliche Nachhilfestunde in Theater-Erkenntnis: Was passiert eigentlich in dieser seit der Antike jeden Abend neuen Wunderkiste?

Was tut der Darsteller, wenn er die Bühne betritt für „The Event“, für das Ereignis, das das Theater ist? In welchem Verhältnis steht er zum Text, zu den Worten, die er spricht, zu den Gedanken, die sein Text transportiert oder heraufbeschwört? Was tut er konkret? Was abstrakt? Ist er wirklich er, selbst wenn er nur lächelt? Was wird aus seiner eigenen Idee, zum Beispiel einer Handbewegung, wenn sie die Zustimmung des Regisseurs gefunden hat und nun jeden Abend wiederholt wird? Kopiert er jetzt nur noch sich selbst? Was macht das mit ihm? Wo bleibt das eigene Ich? Gibt’s das überhaupt? Warum verändert sich alles im Raum, jeder Gedanke, jedes Gefühl, bloß weil der Techniker einen Knopf drückt und einen Schalter umlegt: Licht ein, Licht aus? Und was soll der Stuhl hier – was tut das Requisit?

Wie erholsam ist Theaterschlaf?

Fragen über Fragen, und noch lange kein Ende – wer wir sind, die „Fremden“ in Clancys Text? Warum sind wir da? Was wollen wir vom und im Theater? Unterhalten werden, gut, ein bisschen Mitdenken, auch gut – aber wie erholsam ist Theaterschlaf? Und was hätten wir sonst noch tun können an diesem Abend? Spezialfrage zwischendrin: Warum glauben wir eigentlich, was uns x-beliebige Profi-Zuschauer, meist übellaunige, durch Überfütterung gelangweilte Damen und Herren, über das Theater erzählen am Tag danach, in der Zeitung, im Radio , im Internet?

Alles Theorie? Nein. Alles Praxis bei Clancy – in einem Gipfelsturm der intelligenten Selbstreflexion hinterfragen beide jede Sekunde, jeden Augen-Blick, im Theaterprozess. Michael Ransburg ist in diesem Nachdenken des Theaters über sich selber der gefährliche Clown, Gesten und Bewegungen kann er ein- und ausschalten wie der Techniker das Licht – nichts ist ihm zu glauben, aber alles ist wahr.

Bänder, die die Welt bedeuten

Was muss passieren, damit ein Theaterabend als Ereignis, als Theaterwunder, in der Erinnerung haften bleibt? Michael Ransburg hat am Samstagabend bei einer Premiere im Forum Theater Prinzipien und Mechanismen des Theaters enthüllt. Die Textvorlage für den 90-minütigen Monolog „Event“ schrieb der amerikanische Autor John Clancy; Regie führt Dieter Nelle.

Was hat die Bühne über das Leben zu erzählen?

Im Rampenlicht steht ein Schauspieler, der sich „der Mann“ nennt. Es ist seine Rolle. Er spricht zum Publikum, das er „die Fremden“ nennt. „Fremde“ zu sein, ist die Rolle der Zuschauer. Elastische Bänder sind zu einem offenen Geviert gespannt. Eine fragile Konstruktion der Ausstatterin Birgit Holzwarth, in der Ransburg auch darüber spricht, was die Bühne über das Leben zu erzählen hat.

Zum Beispiel über das Vergessen. Ransburg gibt den Clown, wenn er über das personelle Vergessen im Alter spricht. Ein Schritt zur Seite, eines der elastischen Bänder gibt nach, der Schauspieler strauchelt. Ransburg gibt den Philosophen, wenn er über das kollektive Vergessen spricht: „Wie soll sich kollektives Gedächtnis im Zeitalter von Kurznachrichten bilden?“ Und was passiert, wenn sich Versprechen wie „Fortschritt und universale Gerechtigkeit“ in „gesellschaftlichem Stillstand“ auflösen?

„Wir sind alle sehr gute Schauspieler in einem schlechten Stück“

„Der Mann“ gibt vor, lediglich Sprecher des Textes des Autoren zu sein. Spontan wirkende Bewegungen seien in harter Auseinandersetzung mit dem Regisseur einstudiert. Und zur Technikerin, der ­Herrin über Licht und Musik, stehe er in ­gnadenloser Abhängigkeit. „Wo bleibt das Ich“, fragt der Schauspieler und überträgt seine Rolle auf die Zuschauer: „Wir sind alle sehr gute Schauspieler in einem sehr schlechten Stück“.

Vom Prolog bis zum überraschenden Finale spielt Michael Ransburg mit dem Publikum auf so beeindruckende Weise, dass „die Fremden“ dem scharfzüngigen Text und Ransburgs Sprech- und Körperkunst komplett erliegen.                                                     Stuttgarter Zeitung, 12.02.18

Preise:
16,- Verdienende
14,- Rentner
12,- Ermäßigt
7,- Hintere Plätze

Gruppen erhalten Ermäßigung

Spielplanänderung! Vom 14.06.-16.06. zeigen wir ›Hamlet‹ statt ›Event‹. Die Vorstellung ›Event‹ am 21.06. entfällt ersatzlos!

Details

Date : So, 24. Juni
Time : 18:00 - 19:30
Cost : 16€
Veranstaltungkategorien: ,

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Event; am Fr, 22.06.18 um 20.00 Uhr16,00 

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Event; am Sa, 23.06.18 um 20.00 Uhr16,00 

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Event; am So, 24.06.18 um 18.00 Uhr16,00 

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