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Fr, 8. März // 20:00 - 21:30
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Event

Ausgezeichnet mit dem “Tonnella-Preis” beim Monospektakel 2019

EVENT

Von John Clancy

Mit Michael Ransburg

Regie: Dieter Nelle

Ausstattung: Birgit Holzwarth

90 Minuten eine abenteuerliche Nachhilfestunde in Theater-Erkenntnis: Was passiert eigentlich in dieser seit der Antike jeden Abend neuen Wunderkiste?

Was tut der Darsteller, wenn er die Bühne betritt für „The Event“, für das Ereignis, das das Theater ist? In welchem Verhältnis steht er zum Text, zu den Worten, die er spricht, zu den Gedanken, die sein Text transportiert oder heraufbeschwört? Was tut er konkret? Was abstrakt? Ist er wirklich er, selbst wenn er nur lächelt? Was wird aus seiner eigenen Idee, zum Beispiel einer Handbewegung, wenn sie die Zustimmung des Regisseurs gefunden hat und nun jeden Abend wiederholt wird? Kopiert er jetzt nur noch sich selbst? Was macht das mit ihm? Wo bleibt das eigene Ich? Gibt’s das überhaupt? Warum verändert sich alles im Raum, jeder Gedanke, jedes Gefühl, bloß weil der Techniker einen Knopf drückt und einen Schalter umlegt: Licht ein, Licht aus? Und was soll der Stuhl hier – was tut das Requisit?

Wie erholsam ist Theaterschlaf?

Fragen über Fragen, und noch lange kein Ende – wer wir sind, die „Fremden“ in Clancys Text? Warum sind wir da? Was wollen wir vom und im Theater? Unterhalten werden, gut, ein bisschen Mitdenken, auch gut – aber wie erholsam ist Theaterschlaf? Und was hätten wir sonst noch tun können an diesem Abend? Spezialfrage zwischendrin: Warum glauben wir eigentlich, was uns x-beliebige Profi-Zuschauer, meist übellaunige, durch Überfütterung gelangweilte Damen und Herren, über das Theater erzählen am Tag danach, in der Zeitung, im Radio , im Internet?

Alles Theorie? Nein. Alles Praxis bei Clancy – in einem Gipfelsturm der intelligenten Selbstreflexion hinterfragen beide jede Sekunde, jeden Augen-Blick, im Theaterprozess. Michael Ransburg ist in diesem Nachdenken des Theaters über sich selber der gefährliche Clown, Gesten und Bewegungen kann er ein- und ausschalten wie der Techniker das Licht – nichts ist ihm zu glauben, aber alles ist wahr.

» […] 69 von 75 möglichen Punkten, ein überragender Gesamtsieg für »Event« von John Clancy,  in der Inszenierung von Dieter Nelle für das Forum Theater Stuttgart gespielt von Michael Ransburg. Die besondere Bühnenpräsenz, die das Publikum von der ersten bis zur letzten Sekunde gepackt habe, war auschlaggebendes Moment, wie das »genial einfache Bühnenbild«, das gelungene Spiel mit dem Publikum, die Tatsache, dass man »tief in den Stoff mit hineingenommen und leicht wieder herausgeleitet wurde«, dass es trotz der Metaebene durchweg fesselnd war. Dabei wurde noch herausgestellt, dass das Stück zwar Theater und dessen Mittel thematisierte, aber weit darüber hinausging, dass es viel existentialistischer eher um die Isolation des  Einzelnen darin ging, die eindrücklich im Spiel und auch durch das begrenzende Bühnenbild zum Ausdruck gebracht wurde. Dabei ist Michael Ransburg gar kein Monospektakelneuling und er hat sogar mit Drink.Think. Love – Platons Gastmahl  in der Regie von Karin Eppler ebenfalls für das Forum Theater Stuttgart bereits  2016 das Reutlinger Solo-Festival gewonnen und kann somit nun eine zweite von der Ausstatterin Mihaela Gadzheva-Nedelcheva gefertigte Tonnella-Figur zur ersten gesellen.« Theater Reutlingen, Die Tonne, 03.02.2019

Sieben Solotheater-Produktionen traten in der Tonne im Wettbewerb an. Am Ende gewinnt Michael Ransburg vom Forum Theater Stuttgart die ›Tonnella‹

» […] Den Sieger gekürt hatte eine fünfköpfige Jury, die sich im Anschluss an die letzte Vorstellung am Sonntag beriet. Dazu gehörten Rolf Dittert, Edeltraud Müller, Holger Kube Ventura, Eckhard Wurm und, nachdem Sarah Juric krankheitsbedingt die letzten drei Vorstellungen nicht besuchen konnte, der spontan eingesprungenen Wolfgang Rätz, der sämtliche Stücke gesehen hat und zudem bereits über einschlägige Monospektakel-Jury-Erfahrungen verfügte. Bewusst soll es kein Spezialistengremium sein, sondern eines aus normalen Theatergängern.

69 von 75 möglichen Punkten

Als Bewertungskriterien stellte die Jury neben der schauspielerischen Leistung, die bei allen Inszenierungen sehr stark gewesen sei, auch das Stück selbst wie dessen Relevanz als wichtige Kriterien heraus. Um zu einem Ergebnis zu gelangen, konnte jeder Juror pro Stück bis zu 15 Punkte vergeben, analog den Schulnoten in der Oberstufe. Dabei vereinigte »Event« 69 von 75 möglichen Punkten auf sich. Das war die Spitzenposition.

Ausschlaggebend, so die Jury, sei die besondere Bühnenpräsenz des Darstellers gewesen, aber auch das »genial einfache« Bühnenbild, das gelungene Spiel mit dem Publikum und die Tatsache, dass man »tief in den Stoff mit hineingenommen und leicht wieder herausgeleitet« wurde. Die Jury hob hervor, dass das Stück zwar Theater und dessen Mittel thematisierte, dass es darüber hinaus aber auch in einem existenzielleren Sinn um die Isolation des Einzelnen ging.

Michael Ransburg ist kein Monospektakel-Neuling: Mit »Drink.Think. Love – Platons Gastmahl« in der Regie von Karin Eppler hatte er, ebenfalls für das Forum Theater Stuttgart, bereits 2016 das Reutlinger Solo-Festival gewonnen. Somit kann er nun eine zweite von der Ausstatterin Mihaela Gadzheva-Nedelcheva gefertigte Tonnella-Figur mitnehmen. […] «  Reutlinger Generalanzeiger, 05.02.2019

Bänder, die die Welt bedeuten

Was muss passieren, damit ein Theaterabend als Ereignis, als Theaterwunder, in der Erinnerung haften bleibt? Michael Ransburg hat am Samstagabend bei einer Premiere im Forum Theater Prinzipien und Mechanismen des Theaters enthüllt. Die Textvorlage für den 90-minütigen Monolog „Event“ schrieb der amerikanische Autor John Clancy; Regie führt Dieter Nelle.

Was hat die Bühne über das Leben zu erzählen?

Im Rampenlicht steht ein Schauspieler, der sich „der Mann“ nennt. Es ist seine Rolle. Er spricht zum Publikum, das er „die Fremden“ nennt. „Fremde“ zu sein, ist die Rolle der Zuschauer. Elastische Bänder sind zu einem offenen Geviert gespannt. Eine fragile Konstruktion der Ausstatterin Birgit Holzwarth, in der Ransburg auch darüber spricht, was die Bühne über das Leben zu erzählen hat.

Zum Beispiel über das Vergessen. Ransburg gibt den Clown, wenn er über das personelle Vergessen im Alter spricht. Ein Schritt zur Seite, eines der elastischen Bänder gibt nach, der Schauspieler strauchelt. Ransburg gibt den Philosophen, wenn er über das kollektive Vergessen spricht: „Wie soll sich kollektives Gedächtnis im Zeitalter von Kurznachrichten bilden?“ Und was passiert, wenn sich Versprechen wie „Fortschritt und universale Gerechtigkeit“ in „gesellschaftlichem Stillstand“ auflösen?

„Wir sind alle sehr gute Schauspieler in einem schlechten Stück“

„Der Mann“ gibt vor, lediglich Sprecher des Textes des Autoren zu sein. Spontan wirkende Bewegungen seien in harter Auseinandersetzung mit dem Regisseur einstudiert. Und zur Technikerin, der ­Herrin über Licht und Musik, stehe er in ­gnadenloser Abhängigkeit. „Wo bleibt das Ich“, fragt der Schauspieler und überträgt seine Rolle auf die Zuschauer: „Wir sind alle sehr gute Schauspieler in einem sehr schlechten Stück“.

Vom Prolog bis zum überraschenden Finale spielt Michael Ransburg mit dem Publikum auf so beeindruckende Weise, dass „die Fremden“ dem scharfzüngigen Text und Ransburgs Sprech- und Körperkunst komplett erliegen.                                                     Stuttgarter Zeitung, 12.02.18

Michael Ransburg studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Seine ersten Festengagements führten ihn zunächst an die Schauspielhäuser Bochum und Zürich unter der Intendanz von Matthias Hartmann. Er arbeitete dort u.a. mit den Regisseuren David Bösch, Jan Bosse, Wilfried Minks und Peter Zadek. Darüber hinaus war Michael Ransburg auch bei den Salzburger Festspielen, am Theater am Neumarkt, am Burgtheater Wien sowie am Schauspiel Stuttgart zu sehen. Zur Zeit ist er außerdem Gast am Voralberger Landestheater Bregenz. Ein großes Interesse gilt neben dem Schauspiel auch dem Musiktheater, das ihn an die Biennale für Musiktheater in München, die Oper St. Gallen führte sowie  an das Nationaltheater Mannheim führte.

Am Forum Theater arbeitet er seit 2012.

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SPIELPLANÄNDERUNG!
Die “Event” – Vorstellungen am 14./15./16.03. entfallen ersatzlos.
Vom 14.03. bis 17.03.  zeigt Sebastian Scheuthle “Die 4 Temperamente”.

Termine und Karten

Do, 07.03.2019, 20.00 Uhr

Fr, 08.03.2019, 20.00 Uhr

Sa, 09.03.2019, 20.00 Uhr

So, 10.03.2019, 18.00 Uhr

Do, 14.03.2019, 20.00 Uhr – ENTFÄLLT

Do, 14.03.2019, 20.00 Uhr DIE 4 TEMPERAMENTE

Fr, 15.03.2019, 20.00 Uhr – ENTFÄLLT

Fr, 15.03.2019, 20.00 Uhr DIE 4 TEMPERAMENTE

Sa, 16.03.2019, 20.00 Uhr – ENTFÄLLT!

So, 17.03.2019, 18.00 Uhr: DIE 4 TEMPERAMENTE

Details

Date : Fr, 8. März
Time : 20:00 - 21:30
Cost : 16€
Veranstaltungskategorien: ,
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