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Sa, 19. Januar 2019 // 20:00 - 21:30
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Das denkende Herz (UA)

Musiktheater nach den Tagebüchern Etty Hillesums  (verfasst 1941–1943)

Ein Auftragswerk des Forum Theater

Unter der Schirmherrschaft von Landtagspräsidentin Muhterem Aras, Stuttgart 

URAUFFÜHRUNG am 17. Januar 2019

Schauspiel, Gesang:  Lena Sutor-Wernich

Musik: Marco Bindelli, Lena Sutor-Wernich

Text: Olivier Garofalo

Regie: Ingeborg Waldherr

Bühne und Kostüme: Silvio Motta

Dramaturgie: Anna Katharina Setecki

„…wenn wir dem Chaos hier nicht Trotz bieten, durch etwas Strahlendes und Starkes, das irgendwo an einem ganz anderen Ort völlig von Neuem beginnt, dann sind wir verloren. Ich werde den Weg zu diesem Neuen, Strahlenden finden.“

Wie kann man Unmenschlichkeit und Hass begegnen? Was lässt sich ausrichten gegen die feindliche Stimmung in der Welt? Diese heute wieder aktuellen Fragen stellte sich die jüdische Niederländerin Etty Hillesum bereits 1941. Immer und immer wieder horcht die junge Frau in sich hinein und schreibt Tagebücher, in denen sie sich selbst und die Geschehnisse in ihrer Umgebung unter dem unerbittlichen Terror der Nationalsozialisten reflektiert. Trotz der unfassbaren Schrecken in dieser Zeit gelingt es ihr, den Sinn und die Schönheit des Lebens zu erkennen. Sie reift zu einer immer stärkeren Persönlichkeit und findet ihren ganz eigenen Zugang zum Göttlichen: „Ich ruhe in mir selbst. Und jenes Selbst, das Allertiefste und Allerreichste in mir, in dem ich ruhe, nenne ich Gott.“

All ihr existenzielles Suchen gipfelt in der Frage, wie man trotz dieser Umstände seine Würde bewahren, ja, sogar stärken kann. Ihre Antworten sind Mitgefühl, Mitmenschlichkeit und Liebe — selbst für die äußeren und inneren Feinde.

Mit nur 29 Jahren wurde Etty Hillesum im November 1943 in Auschwitz ermordet. Die in ihren letzten beiden Lebensjahren verfassten Tagebücher wurden erst in den 80er Jahren veröffentlicht; eine Auswahl davon erschien in deutscher Übersetzung als „Das denkende Herz“. Dies ist auch der Titel der neu entwickelten Musiktheater-Fassung für eine Sängerin und einen Musiker, die Hillesums direkte, leidenschaftliche Sprache aufgreift und ihre geistige und seelische Entwicklung in ein sinnlich erfahrbares Erlebnis transferiert.

 

Fotos: Sabine Haymann

„Wir leben in einer Zeit, in der man die Kultur des Erinnerns nicht hoch genug schätzen kann. Die Schrecken des Nationalsozialismus mögen Jahrzehnte zurückliegen. Doch Hass, Ressentiments, antisemitische und fremdenfeindliche Strömungen gewinnen an Einfluss. Sie wirken in die gesellschaftlichen Diskurse hinein und werfen Fragen nach dem Zusammenhalt in unserer Gesellschaft auf. Das Grundgesetz und die Werte, die es verkörpert, geben Antworten auf diese Fragen. Artikel 1 unserer Verfassung lautet: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Etty Hillesum verkörpert diesen grundlegenden Wert durch ihren persönlichen Reifungsprozess und ihre Haltung zur Welt. Angesichts der Entmenschlichung im Nationalsozialismus verfällt sie nicht in Hass und Resignation. Sie findet stattdessen zu tiefem Glauben, auch an die unveräußerliche Würde des Menschen. Etty Hillesum zeigt exemplarisch, dass Werte erst lebendig werden, wenn wir sie leben. Solidarität, persönliche Integrität, Menschlichkeit: All das bewies diese junge Frau inmitten des Grauen des Holocausts und entwickelte eine Strahlkraft, die bis in unsere Gegenwart reicht.“

Muhterem Aras MdL

Präsidentin des Landtags von Baden-Württemberg

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Termine und Karten

Do, 17.01.2019, 20.00 Uhr 

Sa, 19.01.2019, 20.00 Uhr 

So, 20.01.2019, 18.00 Uhr 

Fr, 25.01.2019, 20.00 Uhr 

Sa, 26.01.2019, 20.00 Uhr 

So, 27.01.2019, 18.00 Uhr 

Fr, 15.02.2019, 20.00 Uhr 

Sa, 16.02.2019, 20.00 Uhr 

Zum letzten Mal in dieser Spielzeit!
So, 17.02.2019, 18.00 Uhr 

Details

Date : Sa, 19. Januar 2019
Time : 20:00 - 21:30
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