Kopenhagen

Kopenhagen

von Michael Frayn

Im Mittelpunkt stehen zwei berühmte Wissenschaftler: Werner Heisenberg und Niels Bohr. Die beiden pflegten 19 Jahre lang eine höchst intensive, produktive Freundschaft. Doch diese endete schlagartig, nachdem Heisenberg im Herbst 1941 Bohr in Kopenhagen besucht hatte. Warum war Heisenberg nach Kopenhagen gekommen?
Als Bohr 1943 aus Dänemark nach Amerika floh, stieß er dort zum sogenannten Manhattan-Projekt, das führende Physiker des alliierten Machtbereichs versammelte, um die Atombombe zu entwickeln. Seine erste Frage nach der Ankunft war: Wie weit ist Heisenberg? In seinem historisch genau recherchierten Stück lässt Frayn die drei Protagonisten – Heisenberg, Bohr und dessen Frau Margarethe – nach ihrem Tod erneut zusammentreffen, um die ›wahren‹ Umstände dieser Begegnung zu rekonstruieren. In immer neuen Anläufen tragen sie die Schichten ihrer Vergangenheit ab und geraten dabei immer tiefer hinein in einen packenden Kreislauf aus schmerzhaften Erinnerungen und nicht verheilten Wunden.
Auf faszinierende Weise verwebt Frayn Fakten und Fiktion, um das Psychogramm einer zerbrochenen Freundschaft zu zeichnen, welche die Revolution des wissenschaftlichen Weltbildes durch die Erkenntnisse der Atomphysik nicht bloß widerspiegelt, sondern vielmehr entscheidend geprägt hat – bis in ihre verheerenden Folgen hinein.