In den Schuhen meiner Feindin

In den Schuhen meiner Feindin

Musiktheater

Myra steht unter Adrenalin: Nur noch wenige Stunden bis zu der Karriere-zündenden Präsentation ihrer exklusiven Accessoires und Schuh-Mode. Doch irgendwo zwischen Stuttgart und München verschwindet der Transport mit der gesamten Kollektion. Wer steckt dahinter? Die harmlos wirkende Assistentin, die schon mal ein Auge auf Myras Mann geworfen hatte? Die Ex-Kollegin, deren Turbokarriere in die Chefetage von Versace geführt hat, die jetzt in der Jury sitzt und über Myras Erfolg entscheidet? Oder gar die unscheinbare Espresso-Verkäuferin, der Myra alles zutrauen würde?
Plötzlich erscheint die ganze Welt voller Feindinnen! Was soll da der weise Kommentar der einzigen Freundin: »Urteile erst über einen Menschen, wenn du einen Monat in seinen Mokassins gelaufen bist?«. Ohne es zu wollen findet Myra sich in den Prada-Pumps der einen, oder den Deichmann-Sneakers der anderen »Feindin« wieder und erlebt deren Sicht auf die anderen und sich selbst in einer unwirklichen und zugleich glasklaren Parallelwelt. Erschreckend, erhellend und erheiternd wirkt dieser Perspektivwechsel auf Myra.
Marie Helle spielt Myra hadernd, kämpfend, ringend um ihre Karriere und sie wechselt in die Schuhe der Gegenspielerinnen, deren Perspektive sie musikalisch nacherlebt und präsentiert.

»Marie Helle, seit 1991 als Dozentin an der Stuttgarter Schauspielschule, tritt nun schon seit zwanzig Jahren mit ihren Chansonabenden im Forum-Theater auf. Ihr Liederrepertoire ist dabei so groß wie ihr Gefühlsrepertoire, auch jetzt ›In den Schuhen meiner Feindin‹: Myras Assistentin swingt im Salsarhythmus ›Du kannst mich mal‹, während sich die Jammerballade der Bedienung – ›Komm, ich zeig dir den Blick durch meine Götterspeisenbrille‹ – zu einem übergestikulierten und dauereuphorisierten Schlager steigert. Man sieht: Marie Helle kann herrlich selbstironisch sein.« StZ, 16.02.08

»Mit humorvollen Sprechtexten, mitreißenden Songs und Schlagern, pathetischen Rezitativen und soubrettenhaften Arien illustriert die Schauspielerin und Sängerin in ihrer One Woman-Show in High Heels, Stiefeln oder flachen Schnürern die Perspektive verschiedener Frauen. Das musikalisch-szenische Messerwetzen, das eifersüchtige Sichbelauern, die Anteilnahme von Assistentin, Konkurrentin, Verkäuferin oder Therapeutin amüsieren und unterhalten, machen nachdenklich und solidarisch.« StN, 16.02.08