Ein Krippenspiel

Ein Krippenspiel

nach Hugo Ball

Das getanzte Finale einer Varietéshow! Danach gehen die Artisten zurück in ihre Garderobe, um ihre Koffer zu packen, denn der Weihnachtsabend rückt näher. Doch keiner hat ein Zuhause, wo er am Heiligen Abend erwartet wird. Zunächst versuchen sie, diese traurige Tatsache voreinander zu verbergen. Das Gefühl der Einsamkeit verbreitet sich im Stillen unter ihnen. Doch dann erinnern sie sich an die Weihnachtsgeschichte, und nach und nach beginnen Sie ein Spiel, ein Krippenspiel – mit dem Esel (»Iah!«), dem Ochsen (»Muh!«), dem Stern (»Zcke, zcke!«) und all den anderen Dingen und Wesen, die damals dabei waren und jetzt auf witzige, überraschende und berührende Art und Weise vergegenwärtigt werden.

»Mit der Leichtigkeit eines Schmetterlingsflugs erheitern Kaspar, Gaya, Johannes Fuchs, Sebastian Scheuthle und Werner Pommerenke durch ihre wie improvisiert wirkenden Spielszenen. Ihr Charme liegt im Unperfekten, ihre Überzeugung im Körperhaften. Kaum einmal wird ein verständliches Wort gesprochen, die Körperkunst führt (neben Manuel Jendry) Regie. In dieser berührenden Unvollkommenheit bespielen die Clowns ein Klang- und Rhythmusinstrumentarium von Tuba bis Maultrommel, Kuhglocke und spanischer Minigitarre. Hat Sebastian Scheuthle im ersten Teil des Premierenabends als Conférencier noch den Glamour eines Varietés suggeriert, so präsentiert sich das Krippenspiel nun als unterhaltsame, herzerwärmende Anti-Weihnachtsgeschichte.« StN, 18.12.09