Die Glut

Die Glut

von Sándor Márai

»Man glaubt immer, das Schicksal müsste wie ein Donnerschlag über einen hereinbrechen. Dann, eines Tages stellt man fest, dass es viel feinere Manieren hat. Es meldet sich leise, klopft an. Dann tritt es ein.« (Sándor Márai)

Zwei Freunde begegnen sich am Ende ihres Lebens. Einen einzigen Abend, eine einzige Nacht dauert das Treffen der beiden alten Männer. Mit peinigender Offenheit und den Zeitdruck ihres sich neigenden Lebens verspürend, gehen sie den Fragen nach Leidenschaft und Treue, nach Wahrheit und Lüge auf den Grund: warum ist Konrad so plötzlich geflohen? Hat er Henrik damals im Wald erschießen wollen? Was wusste Kriztina? Hatten Konrad und sie ein Verhältnis miteinander?

Henrik: »Die wichtigsten Fragen beantwortet man letztendlich immer mit seinem ganzen Leben, die Fragen, die einem die Welt so hartnäckig gestellt hat. Wer bist du? Was wolltest du wirklich? Wo warst du treu, wo untreu? Wo warst du tapfer, wo feige?«

Sándor Márai wurde 1900 in Kassa (heute Slowakei) geboren und starb 1989 in San Diego, Kalifornien. Seine zahlreichen Romane und Tagebücher gehören heute zum Kanon der europäischen Literatur dieses Jahrhunderts. In Ungarn jedoch waren seine Bücher verboten. Heute werden sie international wiederentdeckt und in viele Sprachen übersetzt.

»Beide sind großartige Schauspieler und- was ihre Leistung keineswegs mindert- so treffend besetzt, dass man meinen könnte, das Stück „macht sich von allein“. Dieser Zauber entspringt natürlich aus ihrer Rollenpräsenz.Vom ersten Augenblick an sieht man, was man sehen soll und muss. Man kann dem Publikum den Besuch dieses inspirierenden Stückes unbedingt empfehlen. Es wartet ein spannungsvoller Abend voll Begegnungsmöglichkeit mit dem eigenen Leben- was kann man sich mehr wünschen von der Kunst.« Info 3, Februar 04

»Eine schmerzhafte Begegnung, ganz und gar unsentimental und sehr genau die menschlichen Abgründe und Widersprüche spiegelnd. David Gravenhorst hat den Text mit viel Gespür für die atmosphärische Wirkung auf die Bühne gebracht. Er lässt die Begegnung ruhig und konzentriert ablaufen. Der Zuschauer hat in jedem Fall gelernt: Die Abgründe des Menschen können tiefer sein als vermutet.« Kultur, April 04

»Günther Seywirth und Maarten Güppertz zeichnen gekonnt zwei Menschen, die sich zeitlebens nach gegenseitiger Nähe gesehnt haben, aber unfähig geblieben sind, sie zu schaffen.« StN, 28.2.04

»Ein interessanter und ambitionierter Theaterabend, professionell und stimmig.« StZ, 28.2.04